Projekt: Bürgerwindpark
Höch Turner Bock
Projekt und
aktueller Stand
Bürgerwindpark Höch Turner Bock befindet sich seit 2018 in der Projektentwicklung und hat inzwischen eine Phase erreicht, in der viele Grundlagen geklärt sind – gleichzeitig aber wichtige Detailfragen bewusst noch vertieft geprüft werden.
In diesem Projekt bedeutet Bürgerwindpark konkret, dass technische Planung, Umweltabklärungen, Genehmigungsprozesse und der Dialog mit der Region nicht getrennt voneinander laufen, sondern sich gegenseitig beeinflussen. Entscheidungen werden nicht isoliert gefällt, sondern Schritt für Schritt mit Fachstellen, Gemeinden und Betroffenen abgestimmt.
Der Planungsprozess für ein Windenergieprojekt in der Schweiz ist in sieben Phasen unterteilt und dauert insgesamt 60 bis 78 Monate, also 5 bis 7 Jahre. Den Anfang machen die Voruntersuchungen, die 2 bis 5 Monate in Anspruch nehmen. Daran schließt sich die Machbarkeitsstudie und UVP-Voruntersuchung an, für die weitere 6 bis 9 Monate einzuplanen sind. In der dritten Phase werden die Planungsgrundlagen erarbeitet, was nochmals 6 bis 12 Monate dauert. Die vierte und fünfte Phase laufen teilweise parallel: Die Detailprüfungen erstrecken sich über 12 bis 15 Monate, während die Detailplanungen bereits nach 6 bis 9 Monaten abgeschlossen sein können. Anschließend folgen die Genehmigungen inkl. Bürgerbeteiligung mit einem Zeitrahmen von 10 bis 12 Monaten, bevor das Projekt in der letzten Phase mit der Baureifmachung und Realisierung in 12 bis 16 Monaten zum Abschluss gebracht wird.
Was gerade
geprüft wird und warum
Nach der Einreichung des Vorprüfungsberichts beim Kanton und der Gründung der Windpark Escholzmatt AG wurde das Projekt technisch weiterentwickelt. Die Wahl des finalen Anlagentyps – Enercon E138 EP3 E3 mit einer Gesamthöhe von 230 Metern – hat dabei eine zentrale Rolle gespielt.
In diesem Projekt bedeutet Bürgerwindpark konkret, dass eine solche technische Entscheidung nicht einfach übernommen wird, sondern Folgeprüfungen auslöst:
Standorte, Zuwegungen, Transportkonzepte und Umweltgutachten werden nochmals überprüft und angepasst, damit die Anlage optimal ins Gebiet passt.
Aktuell laufen unter anderem:
- die Überarbeitung der Umweltverträglichkeitsprüfung, angepasst an den neuen Anlagentyp und den veränderten Platzbedarf,
- bodenkundliche und geologische Untersuchungen entlang der Transportstrecken und an den Standorten,
- die Aktualisierung von Gutachten zu Schall, Schattenwurf, Eisfall und Windertrag,
- sowie Detailabklärungen zur Netzanbindung, zur Nutzung bestehender Güterstrassen und zur Querung von Gewässern.
All diese Schritte dienen nicht der Verzögerung, sondern der Absicherung: Sie stellen sicher, dass spätere Genehmigungen belastbar sind und das Projekt langfristig tragfähig umgesetzt werden kann.
Umwelt & Genehmigung
sorgfältig statt schnell
In diesem Projekt bedeutet Bürgerwindpark konkret, dass Umweltfragen nicht als Pflichtübung behandelt werden, sondern als integraler Bestandteil der Planung.
Besonders intensiv ist aktuell der Austausch mit Fachstellen wie der Vogelwarte Sempach, dem BAFU und dem BFE. Gemeinsam wird geprüft, wie sich der Vogelzug – insbesondere der Kleinvogelzug – im Projektgebiet verhält und welche technischen Maßnahmen sinnvoll sind. Dazu gehört auch die Abklärung eines Radarsystems, das den Betrieb der Anlagen situativ anpassen kann.
Parallel dazu werden:
- Rodungs- und Ausgleichsmaßnahmen überarbeitet,
- Kompensationskonzepte angepasst,
- Besucherlenkungsmaßnahmen vorbereitet,
- und die Unterlagen für die abschließende Vorprüfung zusammengestellt.
Das Ziel ist klar: Ein genehmigungsfähiges Projekt, das ökologische Anforderungen ernst nimmt und transparent dokumentiert.
Mitwirkung & Dialog
wie Beteiligung gelebt wird
In diesem Projekt bedeutet Bürgerwindpark konkret, dass Mitwirkung nicht auf einzelne Informationsveranstaltungen beschränkt bleibt, sondern über Jahre hinweg stattfindet – auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Formaten.
Der Dialog mit der Region umfasst:
- öffentliche Informationsveranstaltungen,
- Präsentationen in Gemeinden, Schulen und regionalen Gremien,
- persönliche Gespräche mit Landeigentümern und Anwohnern – oft direkt vor Ort,
- den Austausch mit lokalen Banken, Unternehmen und politischen Akteuren,
- sowie die kontinuierliche Beantwortung von Fragen aus der Bevölkerung per Telefon und E-Mail.
Besonderes Gewicht hat dabei der persönliche Kontakt: Küchentischgespräche, Gespräche entlang der Transportstrecke und der direkte Austausch mit Betroffenen auf beiden Seiten der Kantonsgrenze sind fester Bestandteil der Projektarbeit.
Auch Medienberichte, Gemeindehomepages und öffentliche Auflagen sind Teil dieses Prozesses – nicht als Einbahnstraße, sondern als Möglichkeit zur Rückmeldung und Diskussion.
Bürger fragen.
Wir antworten.
Was ist eigentlich der benötigte Wert (m/s) der Windgeschwindigkeit um zu sagen, dass ein Standort geeignet ist?
Wann und wie werden die Einwohner der Standortgemeinden über die Ergebnisse von Umweltverträglichkeitsprüfungen und der Windmessungen informiert?
Welche Unternehmen führen die Umweltverträglichkeitsprüfungen durch?
Ab wann und bis wann wird die eigentliche Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt?
Stellen Sie uns Ihre Frage
Projekt: Höch Turner Bock
Basisfakten
Gesamthöhe von je 230m
Reale Produktion:
17.3 Mio. kWh p.a.
Escholzmatt
und Trub, lokale Firmen, WES AG
Kanton: Q1/2026
Status Quo und
nächste Schritte
bürgerwindpark höch turner bock
Status Quo und nächste Schritte Projektentwicklung
Status Quo und nächste Schritte Projektentwicklung
Finalisierung des Beteiligungskonzeptes
Das umfassende Beteiligungskonzept, bei dem der lokalen Bevölkerung, ortsansässigen Firmen und der Gemeinde Anteile am Windpark angeboten werden wird aktuell finalisiert.
Einreichung überarbeiteter Vorprüfungsbericht
Derzeit werden die letzten Unterlagen zur Einreichung des abschliessenden Vorprüfungsdossiers beim Kanton (Frühling 2026) vorbereitet. Hier wurden die Erkenntnisse aus der Rückmeldung auf den ersten Bericht miteinbezogen
Netzanschlusssplanung
Netzanschlusssplanung durch CKW
Genehmigungsantrag BAZL eingereicht
Die Vorabklärungen mit BAZL-SIAP, SkyGuide und VBS wurden durchgeführt. Aktuell läuft das offizielle Genehmigungsverfahren beim BAZL.
Ausarbeitung Bauprojekt mit Querprofilen
Ausarbeitung Bauprojekt mit Querprofilen inkl. Massenbilanz und Entsorgungskonzept für Material.
Aktualisierung der Gutachten
Aktualisierung der Gutachten (Schall, Schatten, Windertrag, Eisfall) basierend auf neuem Anlagentyp und finaler Standortwahl
Finalisierung Detailplanung
Die Detailplanung zum Streckenausbau und zur Standortwahl ist abgeschlossen und wurde vom Hersteller der Anlagen freigegeben.
Planung und Sicherung der Kompensations- und Ausgleichmassnahmen
Die gemäss Umweltgesetzgebung notwendigen Kompensations- und Ausgleichsmassnahmen sind definiert und mit den Landeigentümern abgestimmt worden.
Rodungsplan
Für die Zufahrt sind teilweise Rodungen (temporär und dauerhaft) notwendig. Für die dauerhaft notwendige Rodungsfläche von ca. 800m² wird eine Ersatzaufforstung durchgeführt.
Transportstudie
Transportstudien zur Anlieferung der Komponenten von der Landesgrenze bis nach Escholzmatt sowie von Escholzmatt ins Projektgebiet sind fertiggestellt. Der Transport ist mit Spezialfahrzeugen sichergestellt.
Überarbeitung des UVB
Der Umweltverträglichkeitsbericht wurde basierend auf den Rückmeldungen des Kantons aus der ersten Vorprüfung überarbeitet und an das finale Layout angepasst.
Gründung Windpark Escholzmatt AG
Die Betriebsgesellschaft, die Eigentümerin und Betreiberin des Windparks sein wird, wurde bereits 2023 gegründet. An der Windpark Escholzmatt AG können sich die lokalen Bürger-Investoren als Aktionäre beteiligen und bis zu 74,9% des Aktienkapitals halten.
Besucherlenkungskonzept
Besucherlenkungskonzept kurz vor Fertigstellung
aktive Mitwirkung
Im Rahmen des Mitwirkungskonzeptes fanden Informationsveranstaltungen und zahlreiche persönliche Gespräche und Termine mit Gemeinden, lokalen Organisationen, Landeigentümern, Anwohnern und Betroffenen statt.
2. Informationsveranstaltung
Die zweite öffentliche Informationsveranstaltung für die interessierte Bevölkerung mit Informationen rund um die Detailprüfungen und den Projektstand fand am 23.04.2023 statt.
Einreichen erster Vorprüfungsbericht 2023
Der erste Vorprüfungsbericht wurde 2023 beim Kanton eingereicht (inkl. UVP Voruntersuchung und Entwurf Nutzungsplan)
Geologische Standorteignungsprüfungen
Die geotechnischen Untersuchungen im Perimeter sind abgeschlossen.
Felderhebungen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung
Die sehr umfangreichen Felderhebungen zu Flora und Fauna wurden in den Jahren 2021 und 2022 im Projektperimeter durchgeführt.
Windmessung
Die Windmessung mit einem 100m hohen Windmessmasten in Kombination mit einer Lidarmessung wurde in den Jahren 2021 und 2022 durchgeführt.
Flächensicherung
Sämtliche für den Bau des Windparks erforderlichen Standortrechte wurden durch notariell beglaubigte Baurechtsverträge gesichert.
Abklärung nationaler Interessen
Seit 2018 wurden die nationalen Interessen (BAZL; BAKOM, MeteoSchweiz, VBS, SkyGuide) regelmässig überprüft. Es gibt keinerlei Konflikte, die der Realisierung des Windparks entgegenstehen könnten.
1. Informationsveranstaltung
Die erste öffentliche Informationsveranstaltung für die breite Öffentlichkeit mit Informationen rund um die Windenergie und erste Einblicke in die Projektidee und den Planungsprozess fand am 09.05.2018 statt.
Start Projektentwicklung im Jahr 2018
Seit 2018 laufen die Gespräche mit den lokalen Landeigentümern, den Gemeinden Escholzmatt-Marbach und Trub sowie die Untersuchungen und Prüfungen im Rahmen der Projektentwicklung.























